Kaum eine Spezialität ist so sehr mir dem Stadtfest in Bad Lippspringe verbunden wie die Rinderwurst. In vielen Gaststätten finden traditionelle Rinderwurstessen statt und die hiesigen Metzger freuen sich über die große Beliebtheit der Wurst. „Wir haben Kunden, die kommen aus Paderborn und Bielefeld nur wegen unserer Rinderwurst“, freut sich Fleischermeister Paul Schröder.
Ein Geschmack, der seit mehr als einem Jahrhundert begeistert. Denn es war Urgroßvater Hermann Schröder, der das Rezept im 19. Jahrhundert von einer Balkanreise mitbrachte, wie auch Enkel Thorsten Schröder, Inhaber der gleichnamigen Fleischerei in Schlangen, zu berichten weiß.
Das Rezept ist einfach. Den richtigen Geschmack zu treffen, eine Kunst. Mit einer kräftigen Rinderbrühe wird zunächst über Nacht die Grütze gekocht. Hinzu kommt dann das Rindfleisch, wobei heute fast ausschließlich Rindernacken und Rinderbrust Verwendung finden. Früher kamen auch Innereien, Mägen und Kopffleisch hinzu.
„Mein Vater hat geschimpft, als ich die Zusammensetzung veränderte“, erinnert sich Paul Schröder, „Er meinte: Das schmeckt doch nicht.“ Doch der junge Metzgermeister setzte sich durch und produziert noch heute nach eigenem Rezept und eigener Würzung den Herbstklassiker der Bad Lippspringer Kulinarik – und 2011 ab dem 15. September wieder zu haben!
15 bis 20 Minuten muss die Rinderwurst im heißen Wasser sieden, dann kommt sie mit Röstzwiebeln, Brot oder Bratkartoffeln und zerlassener Butter auf den Teller. Guten Appetit!


